Farbe ist nicht gleich Farbe – sRGB, AdobeRGB und ProPhotoRGB

Heute gibt es mal einen Beitrag mit weniger Fotos. Das hat einfach damit zu tun, dass ich beim nachträglichen betrachten meiner Fotos im Blog stutzig wurde hinsichtlich der Farbwiedergabe. Zunächst dachte ich, es würde an meinem Monitor liegen, der mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel hat. Aber ein check auf dem IPad und Notebook ergab eine ähnliche flache Darstellung der Farben.

Farbe ist nicht Farbe

Wie ist das zu verstehen? Nun, es gibt verschiedene Faktoren, die die Farbwiedergabe beeinflussen:

  1. Die Kamera selbst, bspw. wenn man direkt in JPG speichert
  2. Das Fotoentwicklungs-Tool wie Lightroom oder Photoshop
  3. Der Monitor oder Druckerei

Nun ist es so, dass die Farbe rot verschiedene Töne, Helligkeiten und Kontraste besitzt. Wie kriegen die verschiedenen Systeme es hin, dass man immer von der gleichen Farbe spricht? Dafür gibt es die International standardisierten Farbräume und davon gibt es eine ganze Menge. Für die digitale Bildbearbeitung sind jedoch drei Farbräume relevant:

  1. sRGB
  2. AdobeRGB
  3. ProPhotoRGB

sRGB ist ein Standard, dass von Microsoft und HP entwickelt wurde und somit nach wie vor das übliche Standard ist. Fast alle Druckereien & Print Online-Dienste verstehen sRGB. Der Nachteil: sRGB deckt den kleinsten Farbraum ab.

AdobeRGB wurde, wie es der Name bereits vermuten lässt von Adobe entwickelt und bietet gerade im Cyan- und Grünbereich ein größeren Farbspektrum an.

ProPhotoRGB ist ein Standard, dass explizit für die digitale Bildbearbeitung entwickelt wurde und erweitert die Palette der Farben enorm. Selbst gegenüber AdobeRGB bietet ProPhotoRGB wesentlich mehr Farben und Abstufungen an, was sich in einem besseren Farbverlauf und sauberen Übergängen wiederspiegelt.

Wo ist nun das Problem?

Die üblichen Kameras können Fotos in sRGB oder AdobeRGB aufnehmen. Die Einstellung hat insofern aber nur Auswirkungen auf die JPG-Dateien, sofern man in JPG speichert. Wenn man Fotos direkt im RAW-Format aufnimmt, dann werden die Farbinformationen durch den Sensor analysiert und eindeutig zugeordnet, die Einstellung welchen Farbraum man nutzt ist jedoch nicht ausschlaggebend. Den Farbraum kann man in den üblichen Programmen im nachgang bearbeiten bspw. in Photshop durch ändern des Farbprofils.

Adobe Lightroom und Photoshop können auch direkt mit ProPhotoRGB arbeiten, was zunächst erst ein mal als sinnvoll erscheint. Da aber die meisten Monitore und Ausgabemedien ProPhotoRGB nur zum Teil verstehen, müssen die entwickelten Fotos im Nachgang umgewandelt werden. Das kann am Ende zu Farbverschiebungen führen, da diese interpoliert werden.

Hier ein Vergleich der drei Profile in Photoshop:

sRGB vs AdobeRGB vs ProPhotoRGB
sRGB vs AdobeRGB vs ProPhotoRGB

Schön ist der Vergleich zwischen sRGB und AdobeRGB, da man den Unterschied bei den Grüntönen sehr deutlich sieht. ProPhotoRGB sieht schon stark übersättigt und überbelichtet aus.

Wenn man Fotos mit ProPhotoRGB bearbeitet und somit eine höhere Farbpalette zur Verfügung steht, dann wird das Ergebnis am Ende anders aussehen, wenn man es in sRGB umwandelt.

Noch schlimmer wird es, wenn man die Fotos in AdobeRGB oder sRGB entwickelt und für das Web als ProPhotoRGB JPG-Datei exportiert:

Export als sRGB und ProPhotoRGB
Export als sRGB und ProPhotoRGB

Was ist nun zu empfehlen?

Ich habe nun alles auf AdobeRGB umgestellt, da die konvertierung in den sRGB-Farbraum nicht so dramatisch ist. ProPhotoRGB vermeide ich jedoch, da es zu starken Abweichungen führt und die Ausgabemedien eh meistens sRGB oder AdobeRGB unterstützen.

Meine Inforamtionsquellen:

 

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